Bayer. Dachshundklub gegr. 1893 e. V.
Sektion Straubing
Rassekurzportrait
Der Dackel ist die kleinste, aber individuenreichste deutsche Jagdhunderasse, ihre erste Erwähnung findet sie schriftlich und auf Bildern bereits ab Mitte des 13. Jahrhunderts- es handelt sich um kleine, niederläufige Hunde zur Fuchs- und Dachsjagd.Z.b. gibt es eine Beschreibung durch W. H von Hohberg um 1716: "Sie (die Dachshunde) sind von niedriger Statur, langem, schwachem Leib, etwas gebogenen Füßlein und in den Farben von Grau und Schwarz."
Weitere Erwähnung findet der Dackel in Diezels Niederjagd, in Tänzers Jagdgeheimnissen und auf Ridinger- Stichen im 17. und 18. Jahrhundert.
Die erste planmäßige Zucht erfolgte ab ca. 1860 durch Altmeister Wilhelm von Daacke: eine niedriggebliebene Hannoversche Schweißhündin wurde mit einem noch niedrigeren Kuhhirtenhund gepaart und die daraus gefallenen Hunde mit scharfen Dachshunden aus dem Landschlag gekreuzt.
Diese Urform ist praktisch der inzwischen etwas selten gewordene Kurzhaardackel, in den Farben rot oder schwarzrot, wie eine sehr kleine und zierliche Bracke.

Die wohl nächstälteste Spielart ist der Langhaardackel (rot, schwarzrot), der aus dem Kurzhaardackel und eingekreuzten langhaarigen Stöberhunden, auch Spaniels, entstand.
Die aktuell häufigste Haarart, der "Allerweltsdackel" Rauhhaar (hpts. saufarben, aber auch schwarzrot oder dürrlaubfarben) entstand auch aus dem Kurzhaar und einigen Terrier- und Schnauzerrassen, hier v.a. der englische Dandie-Dinmont-Terrier.

Zusätzlich gibt es manchmal beim Kurzhaar und Langhaar die Haarvariante "Tigerdackel" (gescheckt-schwarz-silber). Zum üblichen Normalschlag (mit rund 6- 10kg Körpergewicht) kommen noch die beiden Varianten Zwergdackel (unter 35 cm Brustumfang) und Kaninchenteckel (unter 30 cm Brustumfang).

Die Verteilung der drei Haararten zeigt die Eintragung ins Stammbuch 1997:

Von insgesamt 10588 Welpen wurden eingetragen:

688 Kurzhaar-
7935 Rauhaar- und 

1965 Langhaardackel

Frühere Jahre konnten noch mit erheblich höheren Welpenzahlen glänzen, bis zu ca. 17500 pro Jahr.

Ursprünglich waren alle drei Haararten des Dackels reine Jagdhunde, mit den Einsatzschwerpunkten:

Daß der reine Jagdeinsatz zurückgeht zugunsten der Verwendung als liebenswerter Familienhund, zeigt sich z. B. dadurch, daß 1997 zwar rund 10600 Welpen ins Stammbuch eingetragen wurden, daß weiterhin rund 7200 Dackel auf Zuchtschauen und rund 5800 Dackel auf Ausstellungen gezeigt wurden, daß aber nur rund 2000 Dackel auf jagdlichen Prüfungen (Spurlaut-, Schweiß-, Stöber-, Verbandsschweiß- und Vielseitigkeitsprüfungen, Vorbereitung zur Bodenjagd) geführt wurden und daß auch davon nur 118 Dackel (ca. 1%)  ins Gebrauchsteckelstammbuch eingetragen wurden bzw. 75 Dackel den begehrten Titel Gebrauchssieger erringen konnten.

Um auch dem jagdlich nicht interessierten Hundeführer die Möglichkeit zu geben, mit seinem Hund zu arbeiten, werden seit einigen Jahren wie auch bei anderen Rassen sog. Agility- Veranstaltungen sowie die Begleithundeprüfung angeboten.

Von der Zuchtverbandsseite wird der Dackel unter dem Schirm des VDH schon immer von einem bundesweit agierenden Dachverband und den entsprechenden Landesverbänden betreut:

1888 wurde in Berlin der Deutsche Teckelklub e.V. gegründet (aktuell ca. 27000 Mitglieder),

1893 der Dachshundklub München, der als Bayerischer Dachshundklub e.V bis heute einen der größten Landesverbände mit ca. 1800 Mitgliedern darstellt. Hier betreuen regional 13 Sektionen die Hundebesitzer und ihre vierbeinigen Freunde im ganzen südbayerischen Raum.

In Anbetracht des oben erläuterten Rasseportraits sollte sich jeder, der überlegt, Dackelbesitzer werden zu wollen, mit dem tiefverwurzelten jagdlichen Hintergrund dieser Rasse vertraut machen und bedenken, daß viele Jahrzehnte harter Einsatz (v.a. im Bereich Baujagd auf Fuchs und Dachs) einen sehr selbständigen, charakterfesten Hund geformt haben, was ihn manchmal als etwas eigensinnigen Waid- und Zeitgenossen erscheinen läßt. Nimmt man diese Eigenschaften aber an und nutzt sie positiv, so wird man sicher mit seinem "Waldi" viele freudige Jahre teilen dürfen.

Jürgen Völkl

(1. Vorsitzender der Sektion Straubing)

Rasseportrait als Download (pdf).  

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